Wer in Österreich am meisten ausschüttet
Inhaltsverzeichnis
Stand der Daten: 30 Oktober 2026; geprüft gegen die geltenden Wettgesetze der Bundesländer und die Veröffentlichungen der Anbieter.
Eine hohe Quote ist das Erste, was Sportwetter suchen – und das Letzte, was ein Preis allein erklärt. Die Quote 2,10 auf einen Heimsieg sagt dem Wettenden weniger, als sie scheint, denn sie schließt die Marge des Buchmachers mit ein, die österreichische Wettgebühr von 5 % und das Risiko, dass der Markt für genau diesen Tipp ohnehin schlechter steht. Wer „die besten Quoten“ vergleicht, vergleicht darum am Ende drei verschiedene Dinge zugleich: den Quotenschlüssel eines Marktes, das Überrund, das jeder Anbieter kalkuliert, und den Weg, den ein Gewinn durch die Besteuerung nimmt.
Diese Seite geht der Frage nach, wer unter den österreichischen Buchmachern am meisten ausschüttet. Sie erklärt die Mechanik fester Dezimalquoten, die seit 1. April 2025 geltende Wettgebühr und den Unterschied zwischen einer Land-Bewilligung und einer Lizenz aus Malta oder Curaçao. Zehn Anbieter werden eingeordnet – sechs mit einer Bewilligung eines Bundeslandes, vier ohne – und die Rechnung, was ein Beispielmarkt bei zwei ausgeglichenen Quoten tatsächlich zurückgibt, wird im Text durchgerechnet.
Rechtliche Lage: Wer in Österreich Sportwetten anbieten darf
Österreich kennt keine bundesweite Sportwetten-Lizenz. Der Verwaltungsgerichtshof hat am 2. Juli 2015 ausdrücklich festgestellt, dass die klassische Sportwette kein Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes (GSpG) ist – sie gilt als Geschicklichkeitsspiel und fällt deshalb durch das Raster des Bundesrechts hindurch (VwGH Ro 2015/16/0019). Wer in Österreich Sportwetten gewerblich anbietet, braucht eine Bewilligung des Bundeslandes, in dem er die Wetten entgegennimmt oder die Daten für den Wettbetrieb bereitstellt. Jedes der neun Bundesländer hat dafür sein eigenes Wettgesetz und seine eigene Aufsicht:

- Niederösterreich: NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), zuständig die NÖ Landesregierung (Amt der NÖ Landesregierung).
- Wien: Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016), zuständig der Magistrat der Stadt Wien.
- Oberösterreich: Oö. Wettgesetz, zuständig die OÖ Landesregierung.
- Tirol, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Burgenland, Vorarlberg: jeweils eigene Landesgesetze.
Die Land-Bewilligung regelt den Betrieb – sie legt fest, wer welche Sportarten anbietet, wie die Wetten entgegengenommen werden und welche Schutzregeln für Wettkunden gelten. Sie regelt nicht die Höhe der Quoten. Welche Quote ein Buchmacher auf ein Spiel setzt, bleibt seine unternehmerische Entscheidung, und genau darum unterscheiden sich die Quotenschlüssel von Anbieter zu Anbieter und von Markt zu Markt.
Wo eine Bewilligung an die Server-Adresse gebunden ist
Der Verwaltungsgerichtshof hat am 9. April 2026 die Standortfrage entschieden: Eine Land-Bewilligung gilt für jene Stelle, von der aus der Anbieter die Daten für die Wette bereitstellt (VwGH Ra 2025/02/0037, Oö. Wettgesetz). Stellt ein Anbieter seine Server in Oberösterreich, fällt er unter die oö. Bewilligung; stellt er sie in einen anderen Staat, fällt er aus der Reichweite des oberösterreichischen Gesetzes heraus – und damit aus der österreichischen Aufsicht. Das gilt auch für die Frage, ob die Niederösterreich-Landtagserläuterungen einen ausländischen Anbieter noch erfassen.

Konsequenz: Wer wissen will, ob ein Anbieter unter österreichischer Aufsicht steht, muss auf das Impressum oder die Wettordnung sehen, in der Regel auf der Seite des Anbieters. Eine Malta-Lizenz oder eine Curaçao-Lizenz ist keine österreichische Bewilligung; sie steht im Footer, im Hilfetext oder in einem PDF.
Wettgebühr: 5 % auf jeden Einsatz
Seit 1. April 2025 unterliegt jeder Wetteinsatz einer Wettgebühr von 5 Prozent – geregelt in § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 des Gebührengesetzes, geändert durch BGBl. I Nr. 7/2025. Von 1. Oktober 2005 bis 31. März 2025 waren es 2 Prozent, ab 1. April 2025 sind es 5 – ein Anstieg um das Zweieinhalbfache. Die Gebühr schuldet, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt, nicht der Wettkunde.
Ob ein Anbieter die Steuer an den Wettenden weitergibt, ist seine Entscheidung. tipp3 gibt an, bei verlorenen Wetten die Gebühr selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten 5 % des Gewinns abzuziehen – gewinnt eine 10-€-Wette zur Quote 2,00, bleiben 19 € statt 20 € übrig. Cash-Out-Gewinne und „ja/nein“-Wetten sowie „alle 7“-Wetten sind nach Angabe des Anbieters von dem Abzug ausgenommen. Andere Anbieter ziehen die Gebühr anders ab – von einem österreichischen Anbieter mit eigener Bewilligung verlangt das Gesetz keine bestimmte Form.
Was das in Euro heißt: 5 % von 10 € Einsatz sind 50 Cent. Bei 1.000 € Einsatz im Monat sind es 50 €. Das klingt wenig, ist es aber nicht – wer monatlich vierstellig setzt, gibt 250 € im Jahr ab, bevor irgendein Buchmacher überhaupt eine Chance hatte, von der Marge zu reden.
Wer eine Bewilligung hat – und wer nicht
In Österreich gibt es keine nationale Liste bewilligter Buchmacher, kein zentrales Register und keine Aufsichtsbehörde für Sportwetten auf Bundesebene. Welcher Anbieter welche Land-Bewilligung hält, lässt sich darum nur an den Veröffentlichungen der Anbieter selbst oder an den Bescheiden der Landesregierungen ablesen. Für die hier eingeordneten Marken gilt:
| Brand | Österreichische Bewilligung | Bewilligungsbehörde laut Anbieter |
|---|---|---|
| tipp3 | Ja (NÖ Landesregierung) | Bescheid vom 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020, NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020) |
| win2day (Sportwetten) | Ja (NÖ Landesregierung) | Bescheid vom 10.12.2020, NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020) – nur die Sportwettensparte; Lotto und Casino laufen unter dem GSpG |
| Merkur Bets | Bewilligungslage laut Anbieter – ohne nähere Behördenangabe | Land und Bescheid werden vom Anbieter nicht veröffentlicht |
| Starsportwetten | Bewilligungslage laut Anbieter – ohne nähere Behördenangabe | App-Beschreibung nennt einen Bescheid vom 8. März 2022, ohne Bundesland oder Bescheidnummer |
| Vierklee | Ja (Tiroler Landesregierung) | Bewilligung der Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0 |
| Admiral | Ja (OÖ Landesregierung) | Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz |
| Rabona | Nein | Keine österreichische Bewilligung ausgewiesen; ausländischer Anbieter |
| DAZN Bet | Nein | Keine österreichische Bewilligung ausgewiesen |
| Felixspin | Nein | Anbieter nennt eine MGA-Lizenz (MG/B2C/344-2023), keine österreichische Bewilligung |
| bet365 | Nein | Anbieter nennt eine MGA-Lizenz (MGA/CRP/531/2018), keine österreichische Bewilligung |
Die fehlende Bewilligung bedeutet nicht, dass die Marke in Österreich „verboten“ ist – die Rechtslage ist, wie im Abschnitt zu ausländischen Anbietern erläutert, nicht abschließend gerichtlich geklärt. Sie bedeutet aber, dass keine österreichische Aufsichtsbehörde den Anbieter überwacht, kein österreichisches Selbstsperre-Register für Sportwetten den Kunden erfasst und kein österreichischer Beschwerdeweg offensteht.
Livewetten – was jedes Land erlaubt, und was nicht
Livewetten sind durch die Land-Wettgesetze unterschiedlich stark reglementiert. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich nur auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder auf „wer schießt das nächste Tor“. Die aktuelle niederösterreichische Regelung ist aus den verfügbaren Quellen nicht eindeutig abzuleiten – der Vergleichbarkeit halber wird hier auf das verwiesen, was die jeweilige Anbieter-Wettordnung offenlegt.
„Livewetten sind in Österreich erlaubt“ ist eine Aussage, die in dieser Allgemeinheit nicht stimmt. Wer Livewetten anbietet, muss im klaren sein, welche regulatorische Reichweite ihn trifft – und der Anbieter im Klaren sein, unter welcher Land-Bewilligung er das tut.
Spielerschutz: Altersgrenze, Limits und Sperren
Beim Thema Spielerschutz geht es um drei Fragen: Wer darf überhaupt wetten? Wie viel Geld darf ein einzelner Wettkunde riskieren? Und wie kommt er wieder aus dem Spiel heraus, wenn es zu viel wird? Für Österreich fällt die Antwort dazu je nach Bundesland und Anbieter unterschiedlich aus.
Altersgrenze 18
Sowohl in Wien als auch in Oberösterreich ist die Teilnahme an Sportwetten ab 18 Jahren erlaubt. tipp3 gibt an, das Alter bei der Registrierung systemtechnisch vorzugeben; wer sich mit einem Geburtsdatum vor dem 18. Geburtstag anmeldet, wird abgewiesen. Andere Anbieter prüfen das Alter bei der Auszahlung oder im Rahmen der Wettkundenkarte – ein einheitliches Verfahren existiert nicht.
Einzahlungslimits – nur als Anbieterregel
Es gibt in Österreich kein gesetzliches Einzahlungslimit für Sportwetten. Oppositionsanträge in der Steiermark und in Niederösterreich aus dem Jahr 2025 verlangen eines, sind aber nicht umgesetzt. Was Wettkunden als Limit erleben, ist die Eigenregel des Anbieters.
win2day nennt zwei Limits: Bis zum Alter von 26 Jahren maximal 250 € pro Woche (Woche läuft von Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren maximal 1.680 € pro Kalendermonat. Gewinne aus gewonnenen Wetten zählen nicht zum Limit; das Limit kann individuell erhöht werden, auf Antrag. tipp3 hat nach eigenen Angaben keine festen Einzahlungslimits im Angebot – wer hier spielt, trägt die Verantwortung selbst.
Die Wettgebühr-Obergrenze der Bundesländer liegt anders: In Oberösterreich und Niederösterreich dürfen 500 € pro Wetteinsatz nicht überschritten werden, in Wien 50 € pro Einsatz am Wettterminal ohne persönlichen Schalter. Das betrifft das Wetten vor Ort, nicht das Onlinekonto.
Selbstsperre und Spielpause
tipp3 bietet eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten an – das Guthaben bleibt auf dem Konto, ist aber gesperrt, bis die Pause abläuft. Wer eine Selbstsperre wählt, hat die Wahl zwischen 1, 2 oder 3 Jahren. Das Guthaben wird bei der Selbstsperre auf das verknüpfte Bankkonto ausgezahlt; ein vorzeitiges Aufheben der Sperre ist nicht möglich.
Für win2day ist die Selbstsperre-Regelung in der Spielerschutz-Sektion der Seite beschrieben – sie folgt der Anbieterlogik, nicht einer Land-Vorgabe. Eine bundesweite Sperrdatei für Sportwetten existiert nicht; das Glücksspielreformgesetz 2026 (Stand 14. Oktober 2026 noch im Entwurf) plant zwar eine Sperrdatei und ein Limitregister, beide sind aber an das GSpG gebunden – und Sportwetten sind kein GSpG-Glücksspiel.
Warum eine knappe Quote das Verlustrisiko nicht senkt
Ein häufiges Missverständnis: Wer auf eine Quote 1,20 wettet, glaubt, weniger zu verlieren als auf eine Quote 4,00. Rechnerisch stimmt das – der Einsatz ist gleich, der Verlust fällt im Verlustfall gleich aus. Aber die Marge, die der Buchmacher auf jede Wette kalkuliert, schlägt bei niedrigen Quoten stärker durch als bei hohen. Eine Quote 1,20 trägt in der impliziten Wahrscheinlichkeit 83,33 %, eine Quote 4,00 nur 25,00 %. Bei 1,20 hat der Buchmacher weniger Spielraum, die Wahrscheinlichkeit zu überschätzen; bei 4,00 ist die Luft dünner, und die eigene Fehleinschätzung wiegt schwerer, weil das Ergebnis seltener eintritt.
Wer dauerhaft auf kurze Quoten setzt, gewinnt oft und wenig. Wer auf lange Quoten setzt, gewinnt selten und viel. Beide Strategien werden vom Buchmacher kalkuliert – er weiß, dass die Mehrheit der Wettenden instinktiv auf den Favoriten setzt, und passt die Quoten so an, dass diese Gewohnheit ihm zugutekommt.
Prognose und Strategie: Was eine Quote über das Spiel aussagt
Die Quote ist die Marktmeinung des Buchmachers, nicht eine Prognose. Wer daraus eine Wettstrategie baut, muss verstehen, wie diese Marktmeinung entsteht – aus Form, Daten, Verletzungen, Heimvorteil und dem, was die Masse der Wettenden ohnehin erwartet.
Wertwetten (Value Bets) – der Kern jeder Strategie
Eine Wette hat „Wert“, wenn die tatsächliche Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt. Beispiel: Ein Buchmacher bietet Quote 2,20 auf Heimsieg an. Die implizite Wahrscheinlichkeit ist 1/2,20 = 45,45 %. Wer aus eigener Analyse auf 50 % kommt, sieht einen Value von 4,55 Prozentpunkten – er bekommt mehr Quote, als das Risiko rechtfertigt.
Diese Logik erklärt, warum die meisten „Tipps“ auf lange Sicht Geld kosten: Sie nehmen die Marktmeinung für bare Münze und glauben, eine Quote unter 1,80 sei „sicher“. Sie ist sicher nur im Sinne der Wahrscheinlichkeit – der Wert, die wirklich profitable Seite, liegt auf der anderen Seite der Marktmeinung, dort wo der Buchmacher seine Quote zu hoch ansetzt.
Warum kein Tipp sicher ist
Der Prozentsatz, mit dem eine Wette gewinnt, ist kein Versprechen. tipp3, win2day oder jeder andere Anbieter kann die 90. Minute eines Spiels nicht vorhersagen. Wer mit der Erwartung an eine Sportwette herangeht, dass eine Quote von 1,05 „immer gewinnt“, übersieht, dass es 1,05-Setzer gab, die auf den FC Bayern in Unterhaching gesetzt haben. Auch hohe Favoriten verlieren Spiele.
Wettstrategien für kleine Quoten
„Wetten mit kleinen Quoten“ ist ein zweideutiger Begriff. Wer „kleine Quoten“ als Einsatzlimits beim Wettanbieter versteht – etwa die Mindestquote 1,50 für eine qualifizierende Wette – bekommt von Bonusbedingungen her eine Rolle aufgezwungen. Wer „kleine Quoten“ als Wettmärkte versteht, auf denen die Favoriten das Spiel machen, sieht eine andere Strategie: klein setzen, oft gewinnen, Geduld haben.
Beide Strategien werden in Foren und Blogs diskutiert. Keine ist mathematisch überlegen – beide folgen dem gleichen Quotengerüst und tragen die Marge des Marktes, die niemand abschüttelt.
Wettmärkte und Quoten: Wie eine Quote entsteht
Eine Quote ist kein Tipp, sondern ein Preis. Eine Fußballwette hat üblicherweise drei mögliche Ausgänge (Heimsieg / Unentschieden / Auswärtssieg), eine Tenniswette zwei (Sieger A / Sieger B). Die Summe der Kehrwerte aller Quoten, der sogenannte Overround, liegt über 1 – ist er genau 1, würden alle Einsätze ausgezahlt, kein Cent bliebe beim Buchmacher. Tatsächlich liegt er bei 1,05 bis 1,18 – der Überschuss ist die Marge.
Feste Dezimalquoten
Bei festen Quoten setzt der Buchmacher den Preis und tritt als Gegner des Wettenden auf. Die Quote gilt ab Wettabschluss, sie kann nachträglich nicht mehr geändert werden. tipp3, win2day, Merkur Bets, alle hier eingeordneten Anbieter mit österreichischer Bewilligung arbeiten mit festen Dezimalquoten.
Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Dezimalquote ist ihr Kehrwert. Quote 2,00 entspricht 50,00 %, Quote 4,00 entspricht 25,00 %, Quote 1,01 entspricht 99,01 %. Wer diese Zahlen kennt, liest jede Quote als Wahrscheinlichkeitsaussage – und als Frage, ob die Wahrscheinlichkeit tatsächlich stimmt.
Variabler Totalisator
Beim Totalisator setzen die Wettenden untereinander – der Buchmacher ist nur Vermittler, die Quote steht erst nach Ereignis fest. Bei Pferdewetten liegt die Auszahlungsquote bei staatlichen Anbietern typischerweise unter 50 %, bei Pferderennen bis etwa 85 %. Sportwetten-Buchmacher im österreichischen Markt arbeiten nicht nach diesem Modell; wo „Totalisator“ auf einer Seite auftaucht, geht es um eine einzelne Wettart, nicht um das Gesamtangebot.
Ausschüttungsquote und Marge berechnen
Die Ausschüttungsquote (auch Quotenschlüssel) ist der Anteil der Einsätze, der rechnerisch an die Wettenden zurückfließt. Sie berechnet sich als 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + … + 1/Quote_n) über alle möglichen Ausgänge eines Marktes. Bei einer Zweiwegwette mit beiden Quoten 1,95 ergibt sich 1 ÷ (1/1,95 + 1/1,95) = 1 ÷ (0,5128 + 0,5128) = 1 ÷ 1,0256 = 0,9750 – etwa 97,5 %. Die Marge des Buchmachers ist 100 % − 97,5 % = 2,5 %.
Bei einer Zweiwegwette mit beiden Quoten 1,80 ist es 1 ÷ (1/1,80 + 1/1,80) = 1 ÷ (0,5556 + 0,5556) = 1 ÷ 1,1111 = 0,9000 – 90 % Ausschüttung, 10 % Marge. Zwei Prozentpunkte weniger Marge klingt nach wenig, summiert sich aber bei vielen Wetten.
Bei Dreiwegwetten (1X2 im Fußball) ist die Marge typischerweise höher – für Dreiwege gibt Wikipedia eine durchschnittliche Ausschüttung von etwa 85 % an, was einer Marge von 15 % entspricht. Die exakten Werte schwanken von Anbieter zu Anbieter und von Spiel zu Spiel; auf den 1X2-Märkten liegt die Marge oft im Bereich von 5 bis 10 %, bei exotischeren Märkten (Handicap, asian lines, Spielerwetten) auch darüber.
Beispielrechnung: Was eine faire Wette kostet
Eine Wette zu Quote 2,00 mit 10 € Einsatz bringt im Gewinnfall 20 € zurück – Einsatz und Gewinn. Die Buchmachermarge ist in der Quote 2,00 bereits eingerechnet: Bei einer „fairen“ Wette, also einer Wette ohne Marge, würde die Quote 2,00 genau dann stehen, wenn das Ereignis eine Wahrscheinlichkeit von 50 % hat. Steht die Quote tatsächlich bei 2,00, heißt das: Der Buchmacher sieht die Wahrscheinlichkeit bei 50 % (oder knapp darunter) und nimmt für seine Risikoabsicherung den kleinen Spread mit.
Rechenbeispiel: 1.000 Einsätze à 10 € zu Quote 1,90 auf einen ausgeglichenen Markt. Ausschüttungsquote 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,5263… × 2 = 1,0526. Tatsächliche Ausschüttung ≈ 95,0 %, Marge ≈ 5,0 %. Bei 1.000 Wetten und vollständig zufälligem Ausgang zahlt der Buchmacher rechnerisch 9.500 € aus den 10.000 € Einsatz aus – 500 € bleiben bei ihm. Wettgebühr von 5 % on top: weitere 500 €, getragen von wem auch immer der Anbieter sie einzieht. Macht 500 € Verbleib + 500 € Steuer = 1.000 €, die nicht an die Wettenden gehen. Bei einem Zehntausend-Euro-Umsatz sind das 10 % Verlust durchschnittlich – bevor überhaupt jemand entscheidet, ob er tippen kann.
Rechenbeispiel aus dem Plan: Quote 1,90 / 1,90
Das ist die Bandbreite, mit der auf einer Zweiwegwette mit beiden Quoten 1,90 zu rechnen ist:
- 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500.
- Ausschüttungsquote: rund 95,0 %.
- Buchmachermarge: rund 5,0 %.
Eine Marge von 5 % ist nicht „die höchste“, die im Buchmacher-Geschäft vorkommt – 10 % und mehr sind auf Dreiwegwetten normal, 2,5 % auf gut besetzten Zweiwegwetten eher die Untergrenze. Wer konsequent auf Zweiwegmärkten mit niedriger Marge wettet, gibt auf Dauer weniger ab als der 1X2-Wettende. Wer das Risiko scheut und auf Dreiwege ausweicht, zahlt mehr Marge.
Wettmärkte im Überblick
Welche Märkte ein Buchmacher anbietet, ist nicht selbstverständlich. Neben den Hauptmärkten – 1X2 beim Fußball, Sieger beim Tennis, Ergebnis beim Eishockey – gibt es Handicap-Märkte, asiatische Handicaps, Über/Unter-Wetten auf Tore, Spielerwetten (Torschützen, Punkte, Karten) und exotische Märkte (Eckbälle, gelbe Karten, Halbzeitergebnisse). Wer den Quotenschlüssel vergleichen will, muss vergleichbare Märkte nehmen – sonst wird Äpfel mit Birnen verglichen.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette
Eine Einzelwette setzt auf einen Ausgang. Eine Kombiwette kombiniert mehrere Ausgänge auf einem Wettschein – die Quoten multiplizieren sich, das Risiko vervielfacht sich, der potenzielle Gewinn ebenso. Beispiel: Drei Wetten zu Quote 2,00, 1,80 und 2,50 kombiniert ergeben eine Gesamtquote von 2,00 × 1,80 × 2,50 = 9,00. Wer 10 € setzt, gewinnt im Erfolgsfall 90 €.
Die Systemwette ist eine Kombination aus mehreren Wetten, bei der nicht alle Ausgänge zutreffen müssen – sie kostet mehr Einsatz, lässt aber Teilerfolge zu. Vierklee nennt in seinen Wettbedingungen einen Höchstgewinn von 15.000 € pro Einzel- oder Kombiwette und pro Systemwette sowie 50.000 € pro Wettkunde und Woche für ganz Österreich.
Livewetten und Cash-Out
Livewetten werden während des Spiels angeboten, die Quoten passen sich an Spielverlauf und Spielzeit an. Cash-Out erlaubt dem Wettenden, die Wette vor Ende des Ereignis auszahlen zu lassen – der Anbieter erstattet einen Betrag, der unter dem ursprünglichen Maximalgewinn liegt. Beide Angebote sind Feature-Fragen, keine Quote-Fragen – sie kommen bei den meisten österreichischen Anbietern vor, ohne dass sie in einen Quotenschlüssel-Vergleich eingreifen.
tipp3 und win2day bieten beide Livewetten an; welche Märkte im Einzelfall live verfügbar sind, hängt von der Land-Bewilligung und vom Wettprogramm ab. Exotische Live-Märkte sind in Wien und Oberösterreich enger reglementiert als im Rest des Landes.
Wettarten in Zahlen
win2day nennt Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1 als feste Sportarten im Wettprogramm, dazu Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten sowie Livewetten. Starsportwetten wird im Google-Play-Eintrag als „behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“ beschrieben. Andere Anbieter nennen ihre Sportarten in der jeweiligen Wettordnung oder im Wettprogramm der Seite.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Die folgende Einordnung zeigt sechs Anbieter mit österreichischer Land-Bewilligung und vier ohne. Beide Gruppen werden nach demselben Raster verglichen – wo eine Information für einen Anbieter nicht aus dessen Veröffentlichung hervorgeht, fehlt sie an dieser Stelle.
| Anbieter | Bewilligungslage | Bewilligende Stelle laut Anbieter |
|---|---|---|
| tipp3 | Ja (NÖ) | NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid 10.12.2020 |
| win2day | Ja (NÖ) | NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid 10.12.2020 – nur Sportwetten |
| Merkur Bets | Bewilligungslage laut Anbieter | Land und Bescheid nicht veröffentlicht |
| Starsportwetten | Bewilligungslage laut Anbieter | App-Beschreibung nennt Bescheid 8. März 2022 ohne Bundesland |
| Vierklee | Ja (Tirol) | Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0 |
| Admiral | Ja (OÖ) | OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz |
| Rabona | Nein | Keine österreichische Bewilligung ausgewiesen |
| DAZN Bet | Nein | Keine österreichische Bewilligung ausgewiesen |
| Felixspin | Nein | MGA-Lizenz MG/B2C/344-2023 laut Anbieter, keine österreichische Bewilligung |
| bet365 | Nein | MGA-Lizenz MGA/CRP/531/2018 laut Anbieter, keine österreichische Bewilligung |
Die Land-Bewilligung garantiert nicht den höchsten Quotenschlüssel – sie garantiert, dass österreichisches Aufsichtsrecht überhaupt greift. Vier Marken ohne österreichische Bewilligung folgen im Abschnitt ## Ausländische Anbieter und ihre Position in Österreich, weil sie in der österreichischen Wett-Realität eine Rolle spielen; sie sind nicht „illegal“ in einem eindeutigen Sinn, aber ihre Rechtsposition hängt von der Auslegung des jeweiligen Land-Wettgesetzes ab.
Die Anbieter im Einzelnen
tipp3
tipp3 ist die Marke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Wien. Sie nennt eine Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung vom 10. Dezember 2020 (Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020) auf Grundlage des NÖ Wettgesetzes (LGBl. Nr. 58/2020). tipp3 gibt an, systemtechnisch auf das Alter 18 zu prüfen, und nennt eine Wettgebühr-Behandlung: Bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die 5 % selbst, bei gewonnenen Wetten werden 5 % des Gewinns abgezogen – ausgenommen Cash-Out-Gewinne und „ja/nein“- sowie „alle 7“-Wetten.
tipp3 ist die Marke mit der konkretesten Bewilligungs-Aktenzahl im österreichischen Markt. Sie ist nicht automatisch die mit dem höchsten Quotenschlüssel – die Marge variiert je nach Markt und Spiel. Für einen Wettkunden, dem die österreichische Aufsichtsadresse wichtig ist, ist tipp3 unter den sechs bewerteten Anbietern mit am klarsten dokumentiert.
win2day (Sportwetten)
win2day ist die Marke der Österreichischen Lotterien Gesellschaft mbH. Die Sportwetten der Seite beruhen nach Angabe des Anbieters auf einer Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung – dem gleichen Bescheid wie tipp3, weil sich Anbieter hinter unterschiedlichen Marken dieselbe Land-Bewilligung teilen können. win2day weist ausdrücklich darauf hin, dass die Sportwetten nicht den Bestimmungen des Glücksspielgesetzes unterliegen; die Lotterie- und Casino-Spiele der Seite laufen unter der bundesweiten GSpG-Konzession, einem anderen Regime.
win2day nennt zwei Einzahlungslimits: 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag) bis zum Alter von 26 Jahren, 1.680 € pro Kalendermonat ab 26 – auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit. Das Sportwetten-Angebot umfasst Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1, dazu Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten sowie Livewetten.
win2day ist unter den österreichischen Anbietern der mit dem konkretesten Einzahlungslimit – ein Vorteil für Wettkunden, die sich selbst disziplinieren wollen. Ob das Limit im Vergleich zu tipp3, Merkur Bets oder Admiral bei ähnlichen Quoten den Ausschlag gibt, hängt vom Markt ab.
Merkur Bets
Die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group ist seit Juni 2025 unter dem Namen Merkur Bets aktiv, vorher unter Cashpoint Sportwetten mit Sitz in Gerasdorf bei Wien, gegründet 1996. Merkur Bets nennt eine österreichische Land-Bewilligung in den eigenen Veröffentlichungen, ohne Behörde oder Bescheid zu nennen.
Merkur Bets ist die Marke mit dem traditionsreichsten Hintergrund im österreichischen Markt. Die fehlende Veröffentlichung der Bewilligungs-Behörde ist keine Aussage über die Berechtigung – sie ist eine Lücke in der Anbieter-Transparenz. Wer auf eine konkrete Aktenzahl Wert legt, muss beim Anbieter nachfragen oder sich an die zuständige Landesregierung wenden.
Starsportwetten
Starsportwetten ist die Marke der Star Sportwetten GmbH. Der Google-Play-Eintrag der Starsportwetten-App nennt einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde – ein Hinweis auf das Vorhandensein einer Land-Bewilligung, ohne dass Bundesland und Bescheidnummer genannt werden.
Starsportwetten ist eine kleinere Marke im österreichischen Markt. Die fehlende Konkretisierung der Bewilligung in der App-Beschreibung ist nicht unüblich, aber sie macht den Vergleich mit tipp3 oder Vierklee, die ihre Bewilligungsdetails offen kommunizieren, ungleich schwerer. Wettkunden, denen die Bewilligungs-Behörde wichtig ist, müssen hier selber nachfragen.
Vierklee
Vierklee ist die Marke der Vierklee Wettbüro GmbH mit einer Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0). Die Wettbedingungen nennen einen Höchstgewinn von 15.000 € pro Einzel- und Kombiwette sowie pro Systemwette und 50.000 € pro Wettkunde und Woche für das gesamte Bundesgebiet Österreich.
Vierklee ist die Marke mit der klarsten Gewinn-Obergrenze im österreichischen Markt – und mit der für ein Tiroler Unternehmen naheliegenden Tiroler Bewilligung. Wer in Tirol wohnt und einen Anbieter mit Tiroler Bewilligung sucht, ist hier richtig. Wer in Niederösterreich oder Wien zu Hause ist, hat unter Umständen eine niedrigere maximale Auszahlung als anderswo, dafür aber die unmittelbare Nähe zur Aufsichtsbehörde.
Admiral
Admiral ist die Marke der ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen. Die ADMIRAL Sportwetten GmbH gehörte zur Novomatic-Gruppe; das Unternehmen wurde von Walter Grubmüller gegründet und war von 2001 bis 2006 an der Wiener Börse notiert. Admiral nennt eine Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz.
Admiral ist der Anbieter mit der längsten Marktpräsenz unter den hier verglichenen Marken – der Börsengang weist das Unternehmen als ernstzunehmende Größe aus. Die OÖ-Bewilligung passt zum Firmensitz (Gumpoldskirchen liegt in Niederösterreich, aber die Bewilligung kann auf das Oö. Wettgesetz gestützt sein, wenn die Daten in Oberösterreich verarbeitet werden). Die Marke Admiral steht in Österreich für ein flächendeckendes Wettbüro-Netz und ein entsprechend großes Online-Angebot.
Rabona
Rabona ist eine internationale Marke mit Curacao-Hintergrund, die in Österreich ohne österreichische Land-Bewilligung auftritt. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters nennen eine Bonus-Umsatzfrist von 30 Tagen für Sportboni (10 Tage für Casino-Boni), eine 3-fache Umsatzanforderung für Freiwetten-Gewinne und eine Mindestquote für zählende Wetten, die nicht unterschritten werden darf.
Rabona ist unter den hier verglichenen Anbietern der mit den strengsten dokumentierten Bonus-Umsatzregeln. Für den Wettkunden heißt das: Wer hier einen Bonus annimmt, muss 30 Tage lang auf Sport wetten und dabei eine Mindestquote einhalten – Wetten unter Quote 1,50 zählen nicht. Wer ohne österreichische Bewilligung auskommt und Wert auf Bonus-Klarheit legt, findet hier nachvollziehbare Zahlen – muss aber die österreichische Rechtsperspektive mitbedenken.
DAZN Bet
DAZN Bet Sportwetten ist die App-Marke von DZBT Limited, im österreichischen App Store gelistet (nur iPhone, kostenlos, ab 18 Jahren). Die App-Beschreibung nennt Wetten auf Fußball, Basketball, Tennis, Formel 1, American Football, Darts und Baseball. Eine österreichische Bewilligung ist nicht ausgewiesen.
DAZN Bet richtet sich an Wettkunden, die ohnehin DAZN-Streamingkunden sind – sie bündelt Streaming und Wette in einer App. Die fehlende österreichische Bewilligung bedeutet: Wer mit DAZN Bet wettet, hat keinen österreichischen Aufsichtsweg und keinen österreichischen Sperrdatei-Anschluss.
Felixspin
Felixspin nennt im Footer „Felixspin Ltd“ als Betreiber und gibt an, von der Malta Gaming Authority unter der Lizenznummer MG/B2C/344-2023 lizenziert zu sein – eine Angabe des Anbieters, die unabhängig geprüft werden müsste und hier als Selbstdarstellung steht. Eine österreichische Bewilligung ist nicht ausgewiesen.
Felixspin ist eine Marke mit jungem Hintergrund, deren MGA-Lizenz eine typische Offshore-Konstellation ist. Für den österreichischen Wettkunden ist sie vor allem dann relevant, wenn er einen breiteren Wettmarkt oder ein anderes Bonus-System sucht – die österreichische Aufsichtslogik greift hier nicht.
bet365
bet365 bezeichnet sich als von der Malta Gaming Authority lizenziert und reguliert (lizenziert unter MGA/CRP/531/2018). Eine österreichische Bewilligung wird in den Hilfetexten des Anbieters nicht genannt. bet365 ist einer der weltweit größten Online-Buchmacher und in vielen Märkten aktiv, in Österreich aber nicht durch eine Land-Bewilligung abgedeckt.
bet365 ist in der österreichischen Wahrnehmung der „große Unbekannte“ – international bekannt, lokal nicht aufgehoben. Wer hier wettet, hat keinen österreichischen Beschwerdeweg und keine österreichische Sperrdatei. Die Größe des Anbieters und die Tiefe des Wettprogramms sind die Argumente, die österreichische Kunden hier halten.
Ausländische Anbieter und ihre Position in Österreich
Vier der zehn hier verglichenen Anbieter – Rabona, DAZN Bet, Felixspin, bet365 – haben keine österreichische Bewilligung. Das bedeutet nicht, dass sie „in Österreich verboten“ sind. Die Rechtslage ist nicht abschließend geklärt und hängt vom jeweiligen Land-Wettgesetz ab.
Der Verwaltungsgerichtshof hat am 9. April 2026 bestätigt, dass die Bewilligungspflicht eines Bundeslandes dort endet, wo der Anbieter seine Daten bereitstellt (VwGH Ra 2025/02/0037, Oö. Wettgesetz). Stellt ein Anbieter seine Server außerhalb Oberösterreichs – und damit außerhalb Österreichs – greift die oberösterreichische Bewilligungspflicht nicht. Das gilt sinngemäß für die anderen Länder: Wer aus dem Ausland heraus nach Österreich vermittelt, mag nach den Erläuterungen des jeweiligen Landtags außerhalb der Reichweite des Land-Wettgesetzes stehen – eine Position, die politisch umstritten ist, aber gerichtlich bestätigt wurde.
Konsequenzen für den Wettkunden:
- Keine österreichische Aufsichtsbehörde ist zuständig. Wer eine Beschwerde hat, geht zur MGA, zur Curaçao Gaming Authority oder zur allgemeinen Schlichtungsstelle des Anbieterlands.
- Keine österreichische Sperrdatei. Wer sich selbst sperren will, muss das beim Anbieter tun, in dessen Sperrdatei.
- Kein österreichisches Einzahlungslimit per Gesetz. Anbieter mit MGA-Lizenz bieten häufig höhere Limits als österreichische Land-Bewilligungs-Anbieter.
- Mehr Beschwerdemacht beim Anbieter. Große ausländische Anbieter wie bet365 haben professionelle Beschwerdeabteilungen – sie sind aber nicht von einer österreichischen Aufsichtsstelle kontrollierbar.
Strafen für Anbieter ohne Land-Bewilligung: Wien bis 22.000 €, Oberösterreich bis 20.000 € (Texte 2020/2021). Eine Strafe für den Wettkunden, der bei einem ausländischen Anbieter spielt, wurde in den verfügbaren Quellen nicht gefunden.
Quotenschlüssel der Anbieter – wie sie zu lesen sind
Eine verlässliche, tagesaktuelle Vergleichstabelle der Quotenschlüssel aller zehn Anbieter gibt es nicht öffentlich – weder die österreichischen Buchmacher noch die Aufsichtsbehörden veröffentlichen einheitliche Daten. Wer Quotenschlüssel vergleichen will, muss für jedes Spiel die Quoten aller zehn Anbieter nebeneinanderstellen und selbst rechnen.
Das ist der Weg:
- Wähle ein konkretes Spiel – ein Bundesliga-Spiel, ein Grand-Slam-Halbfinale, ein Eishockey-Länderspiel.
- Lies bei jedem Anbieter die 1X2-Quoten (oder die Zwei-Wege-Quote bei Tennis) ab.
- Rechne pro Anbieter die Ausschüttungsquote = 1 ÷ (1/Quote1 + 1/Quote2 + 1/Quote3).
- Vergleiche die Ausschüttungsquoten – der höchste Wert hat die geringste Marge.
Die Werte schwanken von Spiel zu Spiel und von Markt zu Markt. Wer den Vergleich nur auf Favoriten-Wetten stützt, sieht ein anderes Bild als jemand, der auf Außenseiter setzt. Wer nur auf 1X2 schaut, sieht weniger Margen als jemand, der auch asiatische Handicaps und Über/Unter prüft. Die Aussage „der Anbieter X hat die besten Quoten“ lässt sich nicht generell treffen – sie lässt sich nur für ein bestimmtes Spiel treffen.
Wo die Marge sich versteckt
Die Marge ist in jeder einzelnen Quote eingerechnet – sie ist nicht als „Servicegebühr“ ausgewiesen und nicht als „Buchmacher-Spread“ deklariert. Sie ist einfach da. Wer das nicht prüft, zahlt die Marge, ohne es zu merken.
Beispiel aus dem aktuellen Markt: Ein Bundesliga-Spiel Heimsieg/Unentschieden/Auswärtssieg mit typischen Quoten 1,55 / 4,00 / 6,50. Rechnung: 1 ÷ (1/1,55 + 1/4,00 + 1/6,50) = 1 ÷ (0,6452 + 0,2500 + 0,1538) = 1 ÷ 1,0490 = 0,9533 – 95,33 % Ausschüttung, 4,67 % Marge. Das ist niedrig für eine Dreiwegwette im Fußball. Bei einem Spiel mit engeren Quoten (1,80 / 3,60 / 4,50) sinkt die Ausschüttung: 1 ÷ (0,5556 + 0,2778 + 0,2222) = 1 ÷ 1,0556 = 0,9474 – 94,74 %, 5,26 % Marge.
Wenn Quoten gleich aussehen, sind sie es nicht
Zwei Anbieter können für dieselbe Begegnung beide die Quote 2,00 auf Heimsieg anbieten – und trotzdem unterschiedliche Margen haben, weil sie auf Unentschieden und Auswärtssieg verschieden hohe Quoten setzen. Wer nur eine Quote vergleicht, sieht die Differenz nicht.
Wettgebühr in der Praxis: Beispielrechnung
Beispiel aus tipp3 zur 5-%-Gebühr: Einsatz 10 €, Quote 2,00, Bruttogewinn 20 €. Die Wettgebühr von 5 % auf den Gewinn sind 1 €, der Auszahlungsbetrag 19 €. Wer auf 100 € bei Quote 2,00 wettet, gewinnt 200 € brutto, zahlt 10 € Wettgebühr, bekommt 190 € ausgezahlt – und das auf eine Wette, die rechnerisch bereits die halbe Marge des Marktes enthält.
Anders gesagt: Die Wettgebühr von 5 % ist ein zweiter Abschlag, der zur Marge des Buchmachers hinzukommt. Bei einer angenommenen Marktmarge von 5 % sind es nicht 5 %, die der Wettende abgibt, sondern 5 % Marge + bis zu 5 % Wettgebühr = 10 % durchschnittlicher Verlust pro Wette – abhängig davon, ob der Anbieter die Gebühr trägt oder weitergibt.
Eine Auszahlung von 19 € auf 10 € Einsatz und Quote 2,00 entspricht einer effektiven Auszahlungsquote von 95 % bei dieser einen Wette. Bei 100 solcher Wetten verliert der durchschnittliche Wettende statistisch 50 € allein an Wettgebühr, wenn alle Wetten gewinnen – in der Realität verlieren einige Wetten, dann entfällt die Wettgebühr auf den Gewinn, und der durchschnittliche Verlust auf den Gesamteinsatz sinkt. tipp3 trägt die Wettgebühr bei verlorenen Wetten selbst; bei gewonnenen Wetten werden 5 % des Gewinns abgezogen.
Für Wettende, die viele kleine Wetten mit hohen Quoten platzieren, ist die Wettgebühr weniger spürbar als für Wettende mit wenigen großen Wetten auf Favoriten.
Verantwortliches Wetten: was jeder Wettkunde wissen sollte
Wer in Österreich Sportwetten anbietet oder nutzt, sollte drei Dinge im Kopf haben:
Die Altersgrenze
18 Jahre. Das ist die untere Grenze, die jeder Anbieter durchsetzt. Wer jünger ist, hat keinen Zugang – tipp3 systemtechnisch, andere Anbieter durch Kontrollen bei Auszahlung oder Anmeldung.
Die Selbstsperre
tipp3 bietet eine Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren, eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten. Wer sich sperrt, bekommt das Guthaben bei der Selbstsperre ausgezahlt, bei der Spielpause bleibt es auf dem Konto gesperrt. Beide Sperren sind nicht aufhebbar. Andere Anbieter haben vergleichbare Sperrregeln in ihren Wettordnungen.
Hilfe bei Spielproblemen
Die Anlaufstelle für problematisches Spielverhalten ist die österreichische Beratungsstelle für Spielsucht, playsponsible.at. Sie ist keine Aufsicht, sie berät – wer glaubt, dass das Wetten außer Kontrolle gerät, findet dort professionelle Hilfe.
Wett-Tipps vom Anbieter – mit Vorsicht zu lesen
Viele Wettanbieter und Wettportale veröffentlichen „heutige Tipps“ oder „Quoten-Vergleiche“. Solche Tipps sind Empfehlungen, keine Prognosen – sie können richtig liegen oder falsch. Wer einen Tipp vom Anbieter annimmt, sollte die Quote, die zugrunde liegende Statistik und die Marge mitlesen. Die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote verrät, wie der Anbieter das Spiel einschätzt.
Quoten für „heutige Fußballspiele“ ändern sich stündlich – sie folgen dem Markt und dem, was die Wettmasse tut. Wer morgens auf eine Quote wettet, die abends anders steht, hat eine andere Wette als gedacht – bei Livewetten ohnehin, aber auch bei Vorabwetten, wenn der Anbieter die Quote wegen Verletzungen oder Wetten-Volumen anpasst.
Häufige Fragen
Welcher Buchmacher hat in Österreich die besten Quoten?
Ein genereller Sieger ist nicht ausweisbar. Die Ausschüttungsquote schwankt von Markt zu Markt und von Anbieter zu Anbieter. Wer vergleichen will, muss für ein konkretes Spiel die Quoten selbst nebeneinanderstellen und die Marge ausrechnen. Anbieter mit österreichischer Bewilligung stehen unter österreichischer Aufsicht, was bei Streitigkeiten den Beschwerdeweg erleichtert – unabhängig davon, wer im konkreten Spiel den höchsten Quotenschlüssel hat.
Was bedeutet eine Quote und wie wird der Gewinn berechnet?
Eine Quote ist der Multiplikator, mit dem der Einsatz im Gewinnfall multipliziert wird. 10 € Einsatz zur Quote 2,50 ergeben 25 € Bruttogewinn, also 15 € Nettogewinn nach Abzug des Einsatzes. Die implizite Wahrscheinlichkeit ist der Kehrwert der Quote – Quote 2,00 entspricht 50 %, Quote 1,50 entspricht 66,67 %. Die Wettgebühr von 5 % auf den Gewinn wird seit 1. April 2025 zusätzlich abgezogen, wenn der Anbieter sie an den Wettenden weitergibt.
Wie erkennt man die Marge eines Buchmachers?
Die Marge ist in den Quoten versteckt. Sie lässt sich berechnen, indem man die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes addiert und 1 durch die Summe teilt. Das Ergebnis ist die Ausschüttungsquote; 100 minus die Ausschüttungsquote ist die Marge. Bei Quote 1,90 / 1,90 auf einer Zweiwegwette sind es rund 5 %, bei Quote 1,80 / 1,80 etwa 10 %. Je niedriger die Marge, desto mehr vom Einsatz wird im Durchschnitt ausgezahlt.
Wie wirkt die 5-%-Wettgebühr auf eine Wette zu Quote 2,00?
Wer 10 € zur Quote 2,00 wettet, gewinnt im Brutto 20 €. Zieht der Anbieter die 5 % Wettgebühr vom Gewinn ab, bleiben 19 € Auszahlung. Bei einem Einsatz von 100 € und Quote 2,00 sind es 200 € Bruttogewinn minus 10 € Gebühr = 190 € ausgezahlt. Die Gebühr schuldet der Anbieter, gibt sie aber je nach Anbieter unterschiedlich an den Wettkunden weiter. tipp3 trägt sie bei verlorenen Wetten selbst und zieht sie nur bei Gewinnen ab.
Warum ändern sich Quoten bei Livewetten und gelten pro Bundesland andere Regeln?
Bei Livewetten reagiert der Anbieter auf den Spielverlauf – Tore, Karten, Verletzungen, Spielzeit. Die Quote sinkt, wenn ein Ausgang wahrscheinlicher wird, und steigt, wenn er unwahrscheinlicher wird. Das Cash-Out-Angebot basiert auf den gerade aktuellen Live-Quoten und ist im Preis unter dem ursprünglichen Maximalgewinn. Welche Live-Märkte erlaubt sind, regelt jedes Bundesland einzeln: Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder Endergebnis, Oberösterreich auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder „wer schießt das nächste Tor“.
Sagt eine hohe Quote etwas über die österreichische Bewilligung des Anbieters aus?
Nein. Die Höhe der Quote ist eine marktwirtschaftliche Entscheidung des Buchmachers, sie hat keinen Bezug zur Frage, ob er eine österreichische Land-Bewilligung hat oder nicht. tipp3, win2day, Vierklee oder Admiral können niedrigere Quoten anbieten als ein internationaler Anbieter – oder höhere. Die Quote entscheidet sich am Markt, nicht am Aufsichtsstatus.
Dieser Beitrag wurde vom Team von Fußballtipps Info erstellt.
