Sportwetten in Österreich 2026 — was Anbieter, Lizenz und Wettgebühr tatsächlich kosten

Updated Oktober 2026
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Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Gebühr von 5 Prozent.
Zuletzt aktualisiert: Lesezeit: 32 Min.
Inhaltsverzeichnis

Stand: 30 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Wettordnungen und Impressen der genannten Anbieter sowie gegen die einschlägigen Landesgesetze.

Wer in Österreich Sportwetten setzt, zahlt seit dem 1. April 2025 fünf Prozent Wettgebühr auf jeden Einsatz — doch wer die Bewilligung erteilt, was sie kostet und welche Limits greifen, entscheidet jedes Bundesland für sich. Dieser Überblick sortiert die wichtigsten Anbieter nach ihrer Bewilligungslage, rechnet die Wettgebühr an einem konkreten Beispiel durch und ordnet die Spielerschutzregeln ein, die derzeit tatsächlich gelten.

Die zehn Sportwettenanbieter in Österreich 2026 im Überblick

Eine bundesweite Sportwetten-Lizenz gibt es in Österreich nicht. Jede Bewilligung kommt von einem der neun Bundesländer, und kein Register führt alle Anbieter zentral. In der Tabelle stehen daher Marken, die in Österreich aktiv sind — sechs mit einer selbst genannten Landesbewilligung und vier mit ausländischer Lizenz. Welche Behörde die Bewilligung ausgestellt haben soll, steht dort, wo der Anbieter sie selbst veröffentlicht.

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Rechtsgrundlage für tipp3-Sportwetten ist das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020).
Anbieter Österreichische Bewilligung Betreiber bzw. ausgewiesene Lizenz
tipp3 Bewilligung der NÖ Landesregierung (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020, nach dem NÖ Wettgesetz) Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H., Wien
win2day Bewilligung der NÖ Landesregierung (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020, nach dem NÖ Wettgesetz) — gilt nur für die Sportwetten Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH
Starsportwetten Bewilligung laut Google-Play-Beschreibung (Bescheid 8. März 2022); Bundesland und Aktenzahl nicht genannt Star Sportwetten GmbH
Vierklee Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0) Vierklee Wettbüro GmbH
Admiral Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz ADMIRAL Sportwetten GmbH, Gumpoldskirchen
Merkur Bets Bewilligung; Bundesland und Aktenzahl nicht veröffentlicht nicht im Impressum benannt
20Bet ohne österreichische Bewilligung Lumora Digital Lt., Anjouan-Lizenz ALSI-202505033-FI2
Drakaris ohne österreichische Bewilligung Novatrix SRL, Costa Rica; Tobique Gaming Commission (Nr. 0000002)
888sport ohne österreichische Bewilligung Evoke plc, Gibraltar
Winz ohne österreichische Bewilligung Tobique Gaming Commission und Anjouan-Lizenz ALSI-202508056-FI2

Diese Liste ist keine Rangordnung nach Qualität — Quoten, Limits und Bonusbedingungen unterscheiden sich deutlich und werden in den einzelnen Abschnitten bewertet. Sie zeigt nur, wer überhaupt eine österreichische Bewilligung nennt und wer nicht. Wer eine Bewilligung veröffentlicht, unterliegt dem Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes, nicht dem Glücksspielgesetz des Bundes. Wer keine nennt, bewegt sich in einer Grauzone: Die Rechtslage hängt am Sitz des Servers und wird gerichtlich und politisch verhandelt, ist aber nicht abschließend geklärt.

Was die Spalte „Bewilligung“ tatsächlich bedeutet

Eine Bewilligung der NÖ Landesregierung heißt: Der Anbieter darf in Niederösterreich Sportwetten anbieten, und das österreichische Recht erkennt ihn in diesem Bundesland an. Über die anderen Bundesländer sagt diese Bewilligung wenig — jedes Land hat sein eigenes Wettgesetz und seine eigene Aufsicht. Wer in Oberösterreich wettet, fällt unter das Oö. Wettgesetz; wer in Wien tippt, unter das Wiener Wettengesetz. Eine einzige österreichweite Aufsicht existiert nicht, und es gibt keine Behörde, die alle Lizenzen bündelt.

Vier Anbieter in der Tabelle — 20Bet, Drakaris, 888sport und Winz — nennen keine österreichische Bewilligung. Sie führen Lizenzen aus Anjouan, Tobique, Costa Rica oder Gibraltar. Solche Lizenzen sind keine österreichischen und werden von keiner österreichischen Behörde kontrolliert. Wer dort wettet, hat im Streitfall keinen österreichischen Ansprechpartner und keine Selbstsperre, die über das österreichische System funktioniert.

Was Sportwetten in Österreich grundsätzlich kostet — und wer es bezahlt

Die Wettgebühr ist keine Steuer, die der Wettkunde auf seiner Wettgewinnauszahlung sieht. Sie ist eine Gebühr, die den Wettanbieter als Veranstalter trifft — und jeder Anbieter entscheidet selbst, wie er sie an die Kunden weitergibt. tipp3 veröffentlicht dazu eine klare Regel: Bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die fünf Prozent; bei gewonnenen Wetten werden fünf Prozent vom Gewinn abgezogen. Das bedeutet konkret: Wer zehn Euro auf Quote 2,00 setzt, spielt um einen Bruttogewinn von 20 €, von denen tipp3 ein € abzieht — es bleiben 19 € Auszahlung. Bei verlorenen Wetten ändert sich für den Wettkunden nichts.

Diese Weitergabe ist nicht überall identisch. tipp3, win2day und andere Anbieter mit österreichischer Bewilligung ziehen die Gebühr typischerweise erst bei der Auszahlung vom Gewinn ab oder verrechnen sie in den Quoten. Bei Marken ohne österreichische Bewilligung hängt es an den AGB des jeweiligen Betreibers — manche ziehen die Gebühr direkt vom Gewinn ab, andere verrechnen sie in den Quoten, andere schweigen dazu, und der Wettkunde sieht es erst auf der Auszahlung. Ohne klare Aussage im Kleingedruckten gilt: Im Zweifel ist die Gebühr einkalkuliert.

Die Wettgebühr betrifft nur den Wetteinsatz und den Gewinn. Was vom Gewinn nach Abzug der Gebühr übrig bleibt, ist aus steuerlicher Sicht beim privaten Wettkunden in Österreich nicht abschließend geregelt — allgemeine Informationen geben Steuerberater oder das Finanzamt.

Wie die Wettgebühr den Gewinn schmälert — eine Beispielrechnung

Wer das Größenverhältnis verstehen will, rechnet es am besten einmal durch. Nehmen wir eine fiktive Einzelwett mit zwei Ausgängen, jeder Quote 1,90 — ein Preis, den ein Buchmacher für eine ausgeglichene Begegnung anbieten würde. Bei zwei Ausgängen beträgt die Auszahlungsquote dieses Marktes 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) ≈ 0,9474, also rund 94,7 Prozent. Die Marge des Buchmachers liegt dann bei 100 Prozent minus 94,7 Prozent, also bei rund 5,3 Prozent. Das ist der Anteil, der von jedem eingesetzten Euro im Schnitt beim Anbieter bleibt — lange bevor die Wettgebühr ins Spiel kommt.

Kommt die Wettgebühr von fünf Prozent auf den Einsatz hinzu, trägt der Anbieter sie bei verlorenen Wetten selbst (so tipp3). Bei gewonnenen Wetten werden fünf Prozent vom Gewinn abgezogen. Rechnen wir es durch: Bei 10 € Einsatz und Quote 1,90 liegt der Bruttogewinn bei 9 € (10 € × (1,90 − 1) = 9 €). Die Wettgebühr beträgt fünf Prozent von 9 € = 0,45 €. Es bleiben also 8,55 € als Auszahlung. Setzt man denselben Betrag auf Quote 2,00, ist der Bruttogewinn 10 € — bei 1 € Wettgebühr bleibt ein Auszahlungsbetrag von 9 €. Diese Spanne — fünf Prozent vom Gewinn — ist der feste Preis, den jedes Bundesland gleichermaßen vom Wettkunden verlangt, wenn er seine Wette gewinnt.

Das ist der Punkt, an dem die Bundesländer gleich sind: Die Wettgebühr ist bundesweit einheitlich, in § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG geregelt und seit dem 1. April 2025 unverändert gültig. Was sich zwischen den Ländern unterscheidet, sind Einsatzlimits, Live-Wetten-Regeln und Spielerschutzbestimmungen.

Grundlagen, die jede Wettentscheidung tragen

Wer zum ersten Mal auf einer Plattform wettet, sieht drei Zahlen, die jede Wette bestimmen: Quote, Einsatz und möglicher Gewinn. Was die Quote wirklich sagt: den Preis, den der Anbieter für das eingetretene Ergebnis zahlt. Was der Einsatz bestimmt: was der Wettkunde riskiert. Was der Gewinn ist: Einsatz × (Quote − 1) bei einer Einzelwette, oder Einsatz × (Gesamtquote − 1) bei einer Kombiwette, deren Einzelquoten multipliziert werden.

Quoten sind keine Wahrscheinlichkeiten. Sie spiegeln, was der Buchmacher für das wahrscheinlichste Ergebnis hält, plus einen Aufschlag, den der Anbieter als Marge behält. Die Marge ist die Differenz zwischen 100 Prozent und der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Wer an einer Quote 1,90 wettet, geht nicht von einer „fünfzig-prozentigen Chance“ aus — der Anbieter lässt 5,3 Prozent des Marktes als Spanne. Diese Spanne ist über alle Anbieter ähnlich, aber sie ist nie null.

Einsatzlimits und Mindestquoten sind Vorgaben, die sich aus dem Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes ergeben. tipp3 verlangt für Einzelwetten eine Mindestquote von 1,06; wer niedriger wettet, muss in eine Kombi- oder Systemwette ausweichen. Wer 1,05 tippen will, kann das bei tipp3 nur als Teil einer Kombiwette mit drei bis zehn Tipps. Das ist keine Schikane: Mit niedrigen Quoten sinkt das Risiko des Anbieters, die Wettgebühr relativ zum Einsatz zu erhöhen — eine regulatorische Grenze, die direkt im Wettgesetz verankert ist.

Wer in Österreich Sportwetten erlaubt — und wer nur bewacht

Acht Wettgesetze, neun Behörden, ein Bund ohne Lizenz. Das ist die österreichische Aufsichtsarchitektur in einem Satz. Das Glücksspielgesetz des Bundes regelt Lotterien und Casinos; Sportwetten sind nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs kein Glücksspiel, sondern ein Geschicklichkeitsspiel (VwGH 2.7.2015, Ro 2015/16/0019) und fallen damit in die Zuständigkeit der Bundesländer.

Jedes Bundesland hat sein eigenes Wettgesetz und seine eigene Bewilligungsbehörde. Niederösterreich arbeitet mit dem NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Wien mit dem Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016), Oberösterreich mit dem Oö. Wettgesetz. tipp3 und win2day veröffentlichen jeweils denselben Bescheid der NÖ Landesregierung vom 10.12.2020 — Bewilligungen sind also personen- und standortbezogen, nicht überregional gültig. Die Bewilligung der Tiroler Landesregierung für Vierklee (Zl. IIa.10.065/144-0) gilt im Tiroler Bundesland; eine analoge Bewilligung in Wien wäre eine separate Genehmigung der Stadt Wien.

Eine nationale Aufsicht, ein nationales Register, eine bundesweite Selbstsperre für Sportwetten — all das gibt es aktuell nicht. Das Glücksspielreformgesetz 2026, das sich am 14.10.2026 noch im Entwurf befand, sieht zwar ein Sperr- und ein Limitregister vor, beide aber ausdrücklich nur für Spielformen unter dem Glücksspielgesetz — also nicht für Sportwetten.

Welche Aufsicht tatsächlich greift

Drei Stellen haben in unterschiedlichen Rollen mit Sportwetten zu tun. Die Landesregierungen und Magistrate der jeweiligen Bundesländer erteilen Bewilligungen und führen die Aufsicht über Annahmestellen — in Wien ist das der Magistrat der Stadt Wien, in Niederösterreich das Amt der NÖ Landesregierung, in Tirol das dortige Landesregierungsamt. Das Bundesministerium für Finanzen tritt nur bei lotterie- und casinoartigen Spielen auf, nicht bei klassischen Sportwetten. Beim Bundesfinanzgericht landen Beschwerden gegen die Wettgebühr selbst — die Wettgebühr ist eine Bundesgebühr und unterliegt daher der bundesrechtlichen Kontrolle, nicht der Landesaufsicht.

Wer eine Bewilligung besitzt, unterliegt der Aufsicht seines Bundeslandes. Wer nur eine ausländische Lizenz besitzt, fällt durch dieses Raster. Hier ist die Rechtslage ungeklärt und politisch umkämpft: Die NÖ Materialien sprechen Anbieter, deren Server nicht in Niederösterreich steht, von der NÖ Regelung frei; der VwGH hat für Oberösterreich die Server-Lokation als Anker bestätigt (9.4.2026, Ra 2025/02/0037). Beides bedeutet: Eine ausländische Lizenz ist keine österreichische, und ein österreichischer Anbieter mit ausländischem Server ist möglicherweise auch keine österreichische Bewilligung. Wer dort wettet, bewegt sich in einer Grauzone, die derzeit jeder für sich bewertet.

Was darf gewettet werden — und was nicht

Erlaubt sind Wetten auf Sportereignisse. Politikwetten, Wetten auf TV-Shows oder ähnliche Spezialmärkte sind nach Auffassung des BMF in der Regel nicht zulässig. Wetten auf virtuelle oder aufgezeichnete Rennen sind Glücksspiel und fallen nicht unter ein Wettgesetz — wer auf solche Events wettet, wettet de facto auf einer anderen rechtlichen Grundlage.

Live-Wetten sind erlaubt, aber unterschiedlich geregelt. Wien erlaubt Live-Wetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis (Fassung 2020); Oberösterreich erlaubt Live-Wetten auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder den nächsten Torschützen (Fassung 2021). Niederösterreich hat eine aktuelle Live-Wetten-Regel, die nicht in den verfügbaren Quellen dokumentiert ist. Wer Live-Wetten in mehreren Bundesländern testet, sollte das Wettprogramm des jeweiligen Anbieters prüfen — die Auswahl variiert.

Einsatzlimits unterscheiden sich ebenfalls. Oberösterreich und Niederösterreich setzen pro Wette maximal 500 €, Wien an Wettterminals ohne Personal 50 € pro Wette. Für Online-Wetten anderer Bundesländer ist keine einheitliche Obergrenze dokumentiert. Cash-Out und Auszahlungswege sind nirgendwo gesetzlich vorgeschrieben — sie liegen im Ermessen des Anbieters.

Spielerschutz — was jeder Anbieter selbst regelt

Es gibt keine österreichweite Selbstsperre für Sportwetten. Jeder Anbieter verwaltet Spielpausen und Sperren getrennt für seine eigenen Kundenkonten. tipp3 zum Beispiel bietet eine Spielpause von einem, drei oder sechs Monaten, während der das Guthaben auf dem Konto bleibt — oder eine Selbstsperre von einem, zwei oder drei Jahren, nach der das Guthaben auf das verknüpfte Bankkonto ausgezahlt wird. Beide Varianten sind nach Beginn nicht mehr aufhebbar. Das unterscheidet eine Selbstsperre von einer Auszeit: Wer sechs Monate Pause wählt, kann danach wieder wetten — bei einer dreijährigen Selbstsperre bleibt das Konto für den gesamten Zeitraum gesperrt.

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Für win2day Sportwetten gilt bis zum Alter von 26 Jahren ein Einzahlungslimit von maximal 250 € pro Woche, ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat.

Bei win2day sind die Einzahlungslimits strenger und altersabhängig. Bis 26 Jahre gilt ein Wochenlimit von 250 € (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren ein Monatslimit von 1.680 €. Wer ein höheres Limit braucht, kann einen Antrag stellen — Gewinne zählen nicht zum Limit. tipp3 geht einen anderen Weg und lässt das Wochenlimit bis 1.950 € zu, mit einem täglichen Einsatzlimit bis 10.000 € und einem wöchentlichen Verlustlimit bis 5.000 €. Limit-Erhöhungen werden bei tipp3 erst nach 72 Stunden wirksam, Herabsetzungen sofort — wer eine Senkung beantragt, schützt sich also ohne Wartezeit, wer eine Erhöhung beantragt, muss drei Tage abwarten.

Die Teilnahme an Sportwetten ist in Österreich ab 18 Jahren möglich. Das gilt für tipp3 und für die einschlägigen Landgesetze in Wien und Oberösterreich — der Anbieter setzt es systembedingt durch. Wer jünger ist, kommt nicht ins System.

Warum Spielerschutz beim Anbieter und nicht beim Gesetz liegt

In Österreich gibt es aktuell keine bundesweite Einzahlungs- oder Verlustgrenze für Sportwetten. Oppositionsanträge aus 2025 in der Steiermark und in Niederösterreich fordern ein Limitregister, sind aber nicht in Kraft. Die Limits, die Anbieter wie tipp3 und win2day setzen, sind ihre eigenen Bedingungen — kein Buchmacher ist gesetzlich verpflichtet, ein wöchentliches Limit anzubieten. Das bedeutet: Wer den Anbieter wechselt, fängt bei null an. Eine Selbstsperre bei tipp3 schützt nicht vor Wetten bei 20Bet oder 888sport.

Hilfe bei Spielproblemen bietet die österreichische Anlaufstelle playsponsible. Sie ist nicht auf Sportwetten beschränkt, deckt aber Wetten mit ab. Die staatliche Aufsicht ist bei den Landesregierungen und Magistraten verankert — aber jede Aufsicht greift nur für Anbieter mit Bewilligung im jeweiligen Bundesland.

Anbieter ohne österreichische Bewilligung — der praktische Unterschied

Wer bei 20Bet, Drakaris, 888sport oder Winz.io wettet, hat keine österreichische Bewilligung als Anker. Diese Anbieter tragen Lizenzen aus Anjouan, Tobique, Gibraltar oder Costa Rica und sind unter ihrer jeweiligen Lizenzbehörde eingetragen. Das bedeutet praktisch:

  • Keine österreichische Selbstsperre und kein österreichisches Limit greift. Eine Sperre bei tipp3 schützt nicht vor Wetten bei diesen Marken.
  • Im Streitfall ist die zuständige Stelle die Lizenzbehörde des ausländischen Staates, nicht eine österreichische Behörde.
  • Welche Sportarten, Limits und Märkte angeboten werden, hängt am Anbieter selbst und nicht an österreichischem Landesrecht.

Bewertet man diese Anbieter rein rechtlich, ist die Lage dünn: Die Rechtslage ausländisch lizenzierter Sportwetten in Österreich ist nicht abschließend gerichtlich geklärt. Wer dort wettet, sollte verstehen, dass weder eine österreichische Aufsicht noch eine österreichische Selbstsperre zur Verfügung steht.

Boni und Freiwetten — wie die Anbieter Kosten verstecken

Die Sportwettenbranche in Österreich wirbt mit „Willkommensbonus“, „Einzahlungsbonus“, „risikofreier Wette“ und ähnlichen Worten. Jeder dieser Begriffe hat eine andere Mechanik, und kein einziger verspricht, was er zu versprechen scheint. Wer einen Bonus annimmt, akzeptiert eine ganze Reihe von Bedingungen, die in den Aktionsbedingungen jedes Anbieters stehen. Die wichtigsten Begriffe:

  • Einzahlungsbonus: Der Anbieter stockt eine Einzahlung um einen Prozentsatz auf — zum Beispiel „100 % bis 100 €“. Der Bonus ist selten auszahlbar, bevor er nicht umgesetzt wurde.
  • Freiwette / Gratiswette / Free Bet: Der Anbieter schenkt einen Einsatz, oft nach einer qualifizierenden Wette. Bei Gewinn wird in vielen Fällen nur der Nettogewinn ausgezahlt, der ursprüngliche Free-Bet-Einsatz nicht zurückerstattet.
  • Boosted Odds / erhöhte Quote: Einzelne Wetten werden mit einer besseren Quote als der regulären Marktquote beworben. Meist nur für Neukunden, oft nur einmalig.
  • Cashback: Ein Prozentsatz der Nettoverluste wird erstattet — entweder als Echtgeld oder als Bonusguthaben mit Umsatzbedingungen.

Jeder dieser Bonustypen hat Eigenheiten, die sich direkt auf die Frage auswirken, was der Bonus tatsächlich wert ist. Entscheidend sind drei Bedingungen: der Umsatzfaktor (wie oft muss der Bonus umgesetzt werden), die Mindestquote (welche Wetten zählen zum Umsatz) und die Frist (bis wann muss der Umsatz erfüllt sein). Wer eine Bedingung nicht erfüllt, verliert den Bonus und alle damit erzielten Gewinne.

Die Mechanik hinter den Aktionsbedingungen

Nehmen wir das häufigste Modell: ein 100-Prozent-Bonus bis 100 € auf die erste Einzahlung. Wer 100 € einzahlt, bekommt 100 € Bonusguthaben. Üblich sind Umsatzfaktoren zwischen 3× und 6× — ein Bonus muss also 3- bis 6-mal durch Wetten umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Bei 5× Umsatz sind 500 € an Wetten nötig. Bei einer Mindestquote von 1,50 oder höher zählen nur Wetten, deren Quote mindestens 1,50 beträgt.

Dazu kommt die Frist — typisch sind 30 bis 90 Tage, in denen der Umsatz erfüllt sein muss. Wer die Frist verpasst, verliert den Bonus. Diese Begrenzung ist nicht strenger als bei ausländischen Anbietern, aber sie ist auch nicht milder. Bei einer 5-Prozent-Marge des Buchmachers kosten 500 € Umsatz den Wettkunden im statistischen Mittel rund 25 € — das ist der Erwartungswert des Bonusverlusts.

Wichtig: Konkrete Bonusangebote verändern sich ständig, und kein seriöser Anbieter garantiert einen Bonus auf Dauer. Wer ein bestimmtes Angebot sucht, prüft das aktuelle Angebot im Wettkonto oder auf der Aktionsseite des Anbieters. Codes aus Affiliate-Links oder Werbung können abweichen — die Bedingungen sind jeweils maßgeblich.

Wann ein Bonus sich tatsächlich lohnt

Ein Bonus ist ein Werbeinstrument, kein Geschenk. Er ist nur dann einen genaueren Blick wert, wenn die Aktionsbedingungen zu den eigenen Wettgewohnheiten passen. Wer ohnehin regelmäßig auf Mindestquoten von 1,80 wettet, sollte einen Bonus mit Mindestquote 1,50 annehmen können. Wer nur kleine Einsätze von 5 € pro Wette macht, sollte einen niedrigen Umsatzfaktor wählen — sonst dauert der Umsatz zu lange und die Frist verstreicht.

Wer hingegen nur einmal eine Wette setzen will, sollte keinen Bonus annehmen. Der Bonus bindet das Guthaben und macht eine Auszahlung erst nach Umsatz möglich; wer vor dem Umsatz auszahlt, verliert Bonus und Gewinne.

Die Anbieter im Detail — wer wofür steht

tipp3 — der Inlandsanbieter mit Trafiknetz

tipp3 ist die österreichische Sportwetten-Marke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Wien. Die Bewilligung der NÖ Landesregierung ist im Impressum dokumentiert (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020, nach dem NÖ Wettgesetz). Wer bei tipp3 wettet, wettet innerhalb eines österreichischen Aufsichtsrahmens.

Was tipp3 besonders macht: das Vertriebsnetz. Über 3.600 Annahmestellen in ganz Österreich — die ältere Quelle nennt rund 3.300 — plus die Trafik-App und die Webseite. Wer bar in der Trafik zahlen will, kann das tun. Die Wetteinsätze sind niedrig, und eine Wettkundenkarte verknüpft Annahmestelle und Online-Konto.

Bei den Konditionen ist tipp3 eher konservativ. Mindestquote für Einzelwetten 1,06 (niedrigere Quoten sind nur in Kombiwetten erlaubt, 3-10 Tipps), maximale Quote 1.000 pro Tipp. Die Wettgebühr wird auf Gewinne angewendet; bei verlorenen Wetten trägt sie der Anbieter — das bedeutet für den Kunden, dass eine 5-Prozent-Gebühr nur dann sichtbar wird, wenn die Wette gewonnen wird.

Spielerschutz ist bei tipp3 systematisch. Wochenlimit bis 1.950 €, tägliches Einsatzlimit bis 10.000 €, wöchentliches Verlustlimit bis 5.000 €. Limit-Erhöhungen greifen erst nach 72 Stunden, Herabsetzungen sofort. Spielpause 1/3/6 Monate, Selbstsperre 1/2/3 Jahre — letztere mit Auszahlung des Restguthabens auf das verknüpfte Bankkonto.

Der Wert von tipp3 hängt an der Frage, wie wichtig ein österreichisches Aufsichtsregime ist. Wer diese Absicherung schätzt und kein Problem damit hat, dass die Quoten weniger aggressiv sind als bei ausländischen Marken, liegt hier richtig.

win2day — Sportwetten unter dem Lotteriendach

win2day ist die Marke der Österreichischen Lotterien Gesellschaft mbH. Hinter win2day stehen zwei Welten: Die Lotterie- und Casinoangebote laufen unter der Konzession des Glücksspielgesetzes; die Sportwetten laufen unter einer eigenen Bewilligung der NÖ Landesregierung (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020). Das ist wichtig zu verstehen, weil die österreichische Aufsicht Lotterien/Casinos und Sportwetten unterschiedlich behandelt.

Was win2day für wen interessant macht: das Wettkonto ist dasselbe Konto wie das Lotteriekonto. Wer Lotto, EuroMillions oder Brieflos spielt, kann auf demselben Konto Sportwetten platzieren — und umgekehrt. Das vereinfacht die Verwaltung, schafft aber auch Überschneidungen, die nicht jeder will: Spielerschutz wird auf einer Plattform gebündelt, und ein monatliches Einzahlungslimit gilt plattformübergreifend.

Beim Spielerschutz ist win2day besonders restriktiv. Bis zum Alter von 26 Jahren sind 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag) das Maximum, ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag ist eine individuelle Erhöhung möglich; Gewinne zählen nicht zum Limit. Wer mit kleinerem Budget wettet oder unter 26 ist, hat hier ein klar geregeltes Wochen- oder Monatslimit, das andere Anbieter nicht bieten.

Quoten und Wettprogramm sind bei win2day solide, aber nicht aggressive Spitzenklasse. Wer auf den österreichischen Markenmix aus Bundesliga, ÖFB-Cup und internationalen Top-Ligen wettet, wird bedient. Live-Wetten und Spezialmärkte sind verfügbar, aber nicht in der Tiefe wie bei spezialisierten internationalen Anbietern.

win2day ist die richtige Wahl, wer ein österreichisches Aufsichtsdach schätzt, mit kleinen Limits zurechtkommt und das verknüpfte Lotteriekonto als Vorteil sieht. Wer hohe Limits und schmale Margen sucht, ist bei win2day falsch.

Starsportwetten — die App-Marke aus Österreich

Starsportwetten gehört zur Star Sportwetten GmbH und gibt in seiner Google-Play-Beschreibung einen Bescheid vom 8. März 2022 an, mit dem „behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“ — Status verliehen wurde. Welches Bundesland den Bescheid erteilt hat und welche Aktenzahl er trägt, veröffentlicht der Anbieter nicht. Damit ist die Bewilligung dokumentiert, aber nicht vollständig nachvollziehbar.

Was Starsportwetten besonders macht: die App-Zentrierung. Die Plattform ist vor allem über die mobile App zugänglich; eine klassische Desktop-Plattform ist nachgelagert. Wer ohnehin am Smartphone wettet, hat hier einen direkten Zugang. Die Bedienung ist auf mobile Nutzung optimiert, und die Wettauswahl ist auf das Wesentliche konzentriert — Top-Ligen, Hauptsportarten, Standardmärkte.

Zu den Konditionen veröffentlicht Starsportwetten weniger als tipp3 oder win2day. Welche Limits und Quoten gelten, ist nicht in den verfügbaren Quellen dokumentiert. Wer dort wettet, sollte im eigenen Konto nachsehen, welche Limits gesetzt sind, bevor er größere Einsätze platziert.

Starsportwetten passt zu Wettkunden, die eine österreichische Bewilligung suchen, mobil-first wettet und keine Spezialmärkte braucht. Wer ein vollständiges Bild der Limits möchte, sollte vor der ersten Einzahlung im Kundenbereich prüfen.

Vierklee — Tiroler Wettbüro mit Online-Zweig

Vierklee ist die Online-Marke der Vierklee Wettbüro GmbH und nennt im Impressum die Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0) als Grundlage. Das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz ist die einschlägige Rechtsvorschrift — eine andere Gesetzesgrundlage als in Niederösterreich oder Wien.

Was Vierklee besonders macht: die Verwurzelung in Tirol. Wer in Westösterreich wettet, hat hier einen Anbieter, der unter dem Tiroler Recht steht. Das kann praktische Folgen haben, wenn Streitfälle geklärt werden müssen — die Tiroler Aufsicht ist direkt zuständig. Für Wettkunden in anderen Bundesländern ist die Tiroler Bewilligung eine ausländische Bewilligung im binnenösterreichischen Sinn, auch wenn sie österreichisch ist; eine Auszahlung oder Beschwerde richtet sich nach dem Sitz des Anbieters, nicht nach dem Wohnort des Kunden.

Die Info-Seite von Vierklee bewirbt einen Neukundenbonus von bis zu 100 €, ohne die Bonusbedingungen selbst zu nennen. Welcher Umsatzfaktor, welche Mindestquote und welche Frist gelten, ist erst in den Aktionsbedingungen im Wettkonto zu erfahren. Wer den Bonus annimmt, sollte die Bedingungen lesen, bevor die erste Einzahlung erfolgt.

Vierklee ist die Wahl für Wettkunden, die einen Tiroler Anbieter bevorzugen und mit kleineren, lokalen Marken gut zurechtkommen. Wer vollständige Transparenz sucht, sollte die Bonusbedingungen vor Annahme prüfen.

Admiral — die Marke der Novomatic-Gruppe

Admiral Sportwetten gehört zur ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen, die wiederum Teil der Novomatic-Gruppe ist. Die Marke ist in Österreichs Wettlandschaft historisch verankert — Admiral war zwischen 2001 und 2006 an der Wiener Börse notiert, und die Marke steht für ein breites stationäres Vertriebsnetz.

Admiral ist einer der wenigen österreichischen Anbieter, der eine eigene Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz nennt. Admiral betreibt stationäre Wettbüros in mehreren Bundesländern und ist auch online aktiv. Wer in Oberösterreich lebt und einen lokal verankerten Anbieter sucht, hat hier einen direkten Bezug.

Zu den Konditionen veröffentlicht Admiral in den Standard-AGB nicht alle Details zu Limits und Quoten. Wettprogramm und Spielangebot sind solide, mit Fokus auf österreichische und europäische Top-Ligen. Live-Wetten sind im Programm, unterliegen aber den Regeln des jeweiligen Bundeslandes, in dem der Wettkunde wettet.

Admiral ist die Wahl für Wettkunden, die einen österreichischen Anbieter mit stationärem Vertrieb suchen und das umfassende Markensortiment der Novomatic-Gruppe schätzen. Wer eine aggressive Quotengestaltung sucht, sollte Vergleiche ziehen.

Merkur Bets — die österreichische Neu-Marke

Merkur Bets ist seit Juni 2025 der neue Markenname der österreichischen Sportwetten-Sparte der Merkur Group, die früher unter Cashpoint Sportwetten auftrat. Cashpoint wurde 1996 in Gerasdorf bei Wien gegründet und ist damit eine der ältesten österreichischen Wettmarken.

Was Merkur Bets besonders macht: die Übergangsphase. Wer früher bei Cashpoint gewettet hat, findet das Konto unter Merkur Bets wieder. Die Marke und das Wettprogramm sind im Wesentlichen erhalten geblieben, der Markenwechsel ist die einzige sichtbare Änderung. Welche Bewilligung genau zugrunde liegt, veröffentlicht der Anbieter nicht in den verfügbaren Quellen — daher hier nur eine Bewilligung dokumentiert, ohne Bundesland und Aktenzahl.

Merkur Bets ist eine österreichische Marke, die in das gewohnte Cashpoint-Programm überführt wurde. Wer die alte Marke schätzt und keine tiefgreifenden Änderungen am Wettprogramm erwartet, ist hier richtig. Wer hingegen eine vollständig neue Plattform sucht, sollte das aktuelle Programm prüfen.

20Bet — international mit Anjouan-Lizenz

20Bet wird von Lumora Digital Lt. betrieben. Als Lizenz nennt der Anbieter die Anjouan Gaming Board mit Lizenznummer ALSI-202505033-FI2. 20Bet ist seit 2020 am Markt. Eine österreichische Bewilligung wird nicht geführt — das macht 20Bet zu einem Anbieter ohne österreichischen Anker.

Was 20Bet besonders macht: das internationale Wettprogramm. Wer auf asiatische Ligen, nordamerikanische Sportarten oder Nischenmärkte wettet, findet bei 20Bet oft ein breiteres Programm als bei österreichischen Anbietern. Die Quoten sind im internationalen Vergleich üblich, die Live-Wetten-Auswahl ist tiefer.

Was 20Bet für österreichische Wettkunden kostet: keine österreichische Selbstsperre, keine österreichische Aufsicht, keine österreichische Verbraucherschutzstelle als Anlaufpunkt. Im Streitfall ist die Lizenzbehörde in Anjouan zuständig — das ist praktisch unerreichbar für eine Beschwerde aus Österreich. Welche Steuer- und Quotenregeln konkret gelten, ist in den AGB beschrieben, aber nicht durch österreichisches Recht überprüfbar.

20Bet ist die Wahl für erfahrene Wettkunden, die das internationale Programm schätzen und das Fehlen einer österreichischen Aufsicht bewusst in Kauf nehmen.

Drakaris — Costa-Rica-Betreiber mit Tobique-Lizenz

Drakaris wird laut AGB (gültig seit 12.06.2025) von der Novatrix SRL mit Sitz in Cartago, Costa Rica, betrieben (Firmennummer 3-102-893958). Als Lizenz nennt der Anbieter die Tobique Gaming Commission (Lizenznummer 0000002). Die offizielle Vertragssprache ist Englisch — das ist relevant, weil im Streitfall die englische Fassung der AGB maßgeblich ist.

Was Drakaris besonders macht: die englische Vertragssprache und die Nischenausrichtung. Wer auf kleinere Ligen oder Spezialmärkte wettet, kann hier eine Auswahl finden. Die Quoten und das Wettprogramm sind auf eine internationale Kundschaft ausgerichtet.

Was Drakaris in Österreich bedeutet: keine österreichische Bewilligung, keine österreichische Aufsicht, keine Selbstsperre. Wer ein Konto eröffnet, akzeptiert die AGB einschließlich der englischen Originalfassung. Eine Streitigkeit ist über die Tobique Gaming Commission zu führen, deren tatsächliche Erreichbarkeit für österreichische Kunden nicht garantiert ist.

Drakaris ist keine Empfehlung. Die Plattform existiert, weil sie von österreichischen Wettkunden genutzt wird, aber das Fehlen einer österreichischen Bewilligung und die englische Vertragssprache machen sie für einen normalen österreichischen Wettkunden unattraktiv.

888sport — Gibraltar-Marke mit internationalem Programm

888sport gehört zur Evoke plc (früher 888 Holdings Limited) mit Sitz in Gibraltar. Die Marke ist an der London Stock Exchange unter dem Kürzel EVOK notiert und arbeitet unter einer Gibraltar-Glücksspiellizenz. Eine österreichische Bewilligung wird nicht geführt.

Was 888sport besonders macht: das britisch geprägte Wettprogramm mit Fokus auf Fußball, Pferderennen und Tennis. Die Plattform ist in vielen Märkten etabliert, mit Live-Wetten, Streaming und Spezialmärkten. Wer ein internationales Sportwetten-Angebot mit großer Markenbasis sucht, findet hier ein vollständiges Produkt.

Was 888sport in Österreich kostet: keine österreichische Selbstsperre, keine österreichische Aufsicht. Die Spielerschutzfunktionen sind über das eigene Konto verwaltet, nicht über ein österreichisches Register. Im Streitfall ist die Gibraltar Regulatory Authority zuständig.

888sport ist die Wahl für Wettkunden, die das britische Programm schätzen und das Fehlen einer österreichischen Bewilligung akzeptieren.

Winz — Krypto-fokussierter Anbieter mit Doppellizenz

Winz nennt je nach Sprachversion der Seite unterschiedliche Lizenzen: Auf der englischen Seite sind Tobique Gaming Commission und Anjouan-Lizenz beide genannt; auf der deutschen Seite wird nur Tobique als Lizenzgeber geführt. Die Lizenznummern sind in den verfügbaren Quellen mit ALSI-202508056-FI2 (Anjouan) genannt.

Was Winz besonders macht: die Ausrichtung auf Krypto-Zahlungen und das kombinierte Casino-Sportwetten-Angebot. Wer mit Bitcoin, Ethereum oder anderen Kryptowährungen einzahlen will, findet hier eine der einfacheren Wege. Die Sportwetten-Plattform ist Teil eines größeren Casino-Angebots.

Was Winz in Österreich bedeutet: keine österreichische Bewilligung, keine österreichische Selbstsperre, keine österreichische Aufsicht. Krypto-Einzahlungen sind außerhalb des österreichischen Banken- und Zahlungsregulierungsraums. Im Streitfall ist die Lizenzbehörde in Tobique oder Anjouan zuständig.

Winz ist die Wahl für Wettkunden, die Krypto-Zahlungen bevorzugen und das kombinierte Casino-Sportwetten-Angebot schätzen. Wer eine österreichische Aufsicht und klassische Zahlungswege sucht, ist hier falsch.

Welcher Anbieter passt zu welchem Wettkunden

Die Frage „Welcher ist der beste?“ hat keine pauschale Antwort, weil das beste Angebot vom Wettverhalten abhängt. Drei Lesetypen, drei Empfehlungen — und der Hinweis, dass jede Wette ein Verlust sein kann, auch beim vermeintlich besten Anbieter.

Wer vollständige österreichische Aufsicht und ein Netz aus Annahmestellen schätzt, wählt tipp3 oder Admiral. tipp3 mit seinem Trafiknetz und der klar dokumentierten NÖ Bewilligung, Admiral mit der OÖ Bewilligung und der Novomatic-Verankerung. Beide sind konservativ in den Quoten, aber solide in Aufsicht und Spielerschutz.

Wer mit kleinen Limits unter 26 wettet oder das österreichische Lotteriekonto mitnutzen will, wählt win2day. Das altersabhängige Wochen- oder Monatslimit ist im Markt einmalig und schützt junge Wettkunden besser als andere Anbieter.

Wer ein internationales Programm mit tiefen Live-Wetten und Krypto-Zahlungen sucht, wählt 888sport, 20Bet oder Winz.io. Diese drei sind keine österreichischen Anbieter, aber sie haben funktionierende Plattformen mit größerer Wettauswahl. Wer sich für einen dieser Anbieter entscheidet, sollte verstehen, dass kein österreichischer Schutz greift und die Selbstsperre über das eigene Konto verwaltet werden muss.

Wer auf Nummer sicher gehen will und keine Lust auf Grauzonen hat, bleibt bei tipp3, win2day, Admiral, Vierklee oder Merkur Bets. Diese fünf Anbieter haben eine österreichische Bewilligung und fallen unter österreichisches Aufsichtsrecht.

Was eine Wette tatsächlich kostet — die Marge als zentrale Größe

Quoten, die ein Anbieter anbietet, sind keine Wahrscheinlichkeiten. Sie enthalten eine Marge — den Anteil, den der Anbieter vom Gesamtumsatz eines Marktes als Gewinn behält. Die Marge lässt sich für jeden Markt ausrechnen: Man summiert die Kehrwerte aller angebotenen Quoten und zieht die Summe von 1 ab.

In einer Zwei-Wege-Wette (etwa Sieg oder Niederlage) zahlt der Buchmacher bei einem ausgeglichenen Spiel oft Quote 1,90 für beide Seiten. Die Auszahlungsquote ist dann 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,95. Die Marge beträgt 1 − 0,95 = 0,05, also 5 Prozent. Das ist der Anteil, den der Anbieter von jedem Euro Einsatz im Schnitt einbehält — bevor irgendetwas an Wettgebühr hinzukommt.

In einer Drei-Wege-Wette (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) verteilt sich die Marge auf drei Quoten. Beispiel: 2,10 / 3,40 / 3,60. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60) = 1 ÷ (0,4762 + 0,2941 + 0,2778) = 1 ÷ 1,0481 ≈ 0,954. Die Marge beträgt rund 4,6 Prozent. Das ist der statistische Preis, den jeder Wettkunde pro eingesetztem Euro erwartet zu verlieren.

Eine höhere Quote heißt nicht automatisch eine bessere Wette. Eine Quote 2,50 statt 2,10 kann einen überhöhten Hausanteil verbergen — die Berechnung zeigt es. Wer Quoten vergleicht, sollte nicht die Höhe der Quote, sondern die Marge des Marktes vergleichen. Anbieter mit konstant engen Margen (um 4 Prozent) sind auf Dauer günstiger als Anbieter, die mit verlockenden Quoten werben, aber im Schnitt 6 bis 8 Prozent Marge nehmen.

Warum Margen für Wettkunden langfristig entscheidend sind

Wer 1.000 € auf einer Wettplattform in einem Jahr bewegt — viele kleine Wetten, gelegentliche Live-Wetten, ein paar Kombis — bezahlt im Durchschnitt die Marge des Buchmachers. Bei 5 Prozent Marge sind das 50 € im Jahr, die rein statistisch beim Anbieter bleiben. Bei 7 Prozent Marge sind es 70 €. Dazu kommt die Wettgebühr, die den Gewinn schmälert.

Was die Marge nicht ist: Sie ist kein Hinweis darauf, dass eine einzelne Wette verliert. Auch eine Wette zu einer günstigen Marge kann verlieren — die Marge sagt nur, was im Durchschnitt über viele Wetten passiert. Wer einmal 100 € auf eine 5,00-Quote setzt und gewinnt, hat 500 € zurück; die Marge ist irrelevant für diesen einen Ausgang.

Was die Marge ist: Ein Maß dafür, wie groß der Vorteil des Anbieters gegenüber dem Wettkunden ist. Eine niedrige Marge heißt, der Anbieter verzichtet auf mehr Gewinn, um konkurrenzfähig zu bleiben — zum Vorteil des Wettkunden. Anbieter mit engen Margen sind oft jene, die um eine größere Marktstellung kämpfen oder ein besonders gutes Quotenteam haben.

Häufige Fragen zu Sportwetten in Österreich 2026

Sind Sportwetten in Österreich legal, und wer erteilt die Bewilligung?

Ja, Sportwetten sind in Österreich legal, aber nicht über eine Bundeslizenz. Die Bewilligungen werden von den Landesregierungen der neun Bundesländer erteilt — jedes nach seinem eigenen Wettgesetz. Niederösterreich, Wien, Oberösterreich, Tirol und andere Länder haben eigene Bewilligungsbehörden. tipp3 und win2day nennen beide die NÖ Landesregierung als Bewilligungsstelle, Vierklee die Tiroler Landesregierung, Admiral die OÖ Landesregierung. Eine österreichweite Aufsichtsbehörde oder ein nationales Register existiert nicht.

Gelten die Regeln für Livewetten und Einsatzhöhen in allen Bundesländern gleich?

Nein. Wien erlaubt Live-Wetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich erlaubt auch Wetten auf numerische Zwischenstände oder den nächsten Torschützen. Die Einsatzlimits unterscheiden sich ebenfalls: Oberösterreich und Niederösterreich setzen maximal 500 € pro Wette, Wien an Terminals ohne Personal 50 € pro Wette. Für Online-Wetten in anderen Bundesländern sind keine einheitlichen Caps dokumentiert. Wer Live-Wetten in mehreren Ländern testet, sieht im Wettprogramm, welche Märkte verfügbar sind.

Seit wann beträgt die Wettgebühr 5 %, und wer schuldet sie?

Seit dem 1. April 2025. Die Wettgebühr ist in § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG geregelt und beträgt 5 Prozent. Sie wird vom Veranstalter oder Vermittler der Wette geschuldet, nicht vom Wettkunden — der Anbieter entscheidet, ob er sie im Gewinn abzieht oder im Einsatz trägt. tipp3 zum Beispiel zieht 5 Prozent vom Gewinn ab, wenn die Wette gewonnen wird; bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die Gebühr selbst. Die Wettgebühr gilt auch für Wetten, die aus Österreich bei einem ausländischen Anbieter platziert werden.

Gibt es eine österreichweite Selbstsperre oder ein bundesweites Einzahlungslimit für Sportwetten?

Nein, beides gibt es nicht. Die Selbstsperre ist pro Anbieter und pro Bundesland organisiert — tipp3 etwa bietet Sperren von 1 bis 3 Jahren, bei win2day gilt je nach Alter ein Wochen- oder Monatslimit. Ein bundesweites Sperrregister oder Limitregister für Sportwetten ist im Gesetzgebungsprozess, aber noch nicht in Kraft (Stand 14.10.2026). Das geplante Glücksspielreformgesetz 2026 sieht solche Register nur für Spielformen unter dem Glücksspielgesetz vor, nicht für Sportwetten.

Wie unterscheiden sich Anbieter mit Landesbewilligung von Anbietern mit ausländischer Lizenz?

Anbieter mit Landesbewilligung — tipp3, win2day, Starsportwetten, Vierklee, Admiral, Merkur Bets — fallen unter das Wettgesetz ihres Bundeslandes, haben eine österreichische Aufsichtsstelle und sind über das österreichische Rechtssystem erreichbar. Anbieter mit ausländischer Lizenz — 20Bet, Drakaris, 888sport, Winz.io — unterliegen ausländischem Recht (Anjouan, Tobique, Gibraltar, Costa Rica). Die Rechtslage in Österreich hängt am Server-Standort und ist nicht abschließend geklärt; eine österreichische Selbstsperre greift bei diesen Anbietern nicht, und es gibt keine österreichische Behörde, die bei Streitigkeiten vermittelt.

Wie berechnet sich der mögliche Gewinn aus Einsatz und Quote nach Abzug der Wettgebühr?

Bei einer Einzelwette mit Einsatz E und Quote Q ist der Bruttogewinn E × (Q − 1). Die Wettgebühr von 5 Prozent wird vom Gewinn abgezogen, wenn der Anbieter diese Weitergabe wählt (so tipp3). Der Auszahlungsbetrag ist dann E × (Q − 1) × 0,95. Beispiel: 10 € Einsatz auf Quote 2,00 ergibt 10 € Bruttogewinn minus 0,50 € Wettgebühr = 9,50 € Auszahlung. Bei Quote 1,90 ergibt sich 9 € Bruttogewinn minus 0,45 € = 8,55 €. Bei verlorenen Wetten entfällt die Wettgebühr für den Wettkunden — der Anbieter trägt sie in diesem Fall selbst.

Dieser Beitrag wurde vom Team von Fußballtipps Info erstellt.

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